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07.03.2022

Mit dem Weniger endlich anfangen: Impuls für den Alltag

Qualle: www.klimafasten.de

Die Fastenzeit hat begonnen. Mit dem Begriff „Fasten“ verbinden wir, dass wir etwas weglassen. Weglassen ist gerade komplett gegen den Zeitgeist – zugleich aber das Gebot der Stunde. Die Fastenzeit fordert unser Denken und Handeln gegen das  „immer mehr, immer billiger, schneller, weiter, protziger“ – und zwar vor allem auch bezüglich unserer Lebensgrundlagen. Denn deren Ausbeutung und Vernichtung ist das Ergebnis der Ideologie des „Immer mehr“, die auf unserem arg begrenzten Planeten nur in den Abgrund führen kann.

Verschiedene christliche Organisationen haben dazu ein kleines Heft erstellt, das für jede Woche der Fastenzeit ganz praktische und alltagstaugliche Tipps für das nötige Weniger gibt. Ein Beitrag zu Erhaltung dessen, was wir alle zum (Über-)Leben brauchen. (Infos und Bestellung: „www.klimafasten.de“.) Im Vorwort wird dort darauf hingewiesen, dass das dauernde „Mehr“ das Grundübel unserer modernen Gesellschaften ist, was wir an den Folgen des Klimawandels immer drastischer sehen können - wenn wir hinschauen. Zum Hinschauen, sich eine Meinung bilden und dann auch handeln – dazu sind wir alle, jeder bei sich zuhause und in seinem Alltag, aufgerufen. Auf schnelle Veränderungen durch die Politik oder durch die mit ihr ungut verzahnten Akteure des  kapitalistischen Wirtschaftssystems zu warten, erweist sich als müßig. Jeder von uns sollte und kann im Kleinen mit dem lebensstiftenden und wohltuenden „Weniger“ anfangen.

Von Jesus aus Nazareth ist die klare Weisung überliefert: „Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.“ (Lukas-Evangelium 16,13) „Mammon“ bezeichnet hier einen unheilvollen Umgang mit Geld und Besitz. Die Weisungen Gottes dagegen sind heilsam: Einfachheit, Barmherzigkeit, Teilen, Freigiebigkeit, und das im Einklang mit der Schöpfung – fasten eben.

Diakon Peter Heyd, Pfarrei Neumarkt-St. Johannes